Maiwanderung Kellerwald-Edersee - Bericht

Nachdem unsere „Harzwanderer“ gerade wieder gut in der Heimat angekommen waren wurden am Donnerstag Morgen, Töpfe, Tarpes und anderes Material am Stuttgarter Bahnhof weitergereicht. Wieder hatte sich eine wild zusammen gewürfelte Gruppe - man bemerke, international ;) - zusammen gefunden, um den Edersee zu umrunden.

Langsam aber sicher trudelten alle 10 Teilnehmer am Bahnhof Vöhl-Herzhausen ein und gegen späten Mittag, ging es nach Aufteilen des Gruppengepäcks auch los, zunächst etwas planlos einfach dem Weg folgend, bis wir herausfanden, dass wir nur dem blauen Symbol zu folgen hatten. Gegen Nachmittag erstanden wir auch eine Karte dieser Gegend, somit hatten wir nun keinerlei Probleme mehr auf der rechten Bahn zu bleiben.

Vielleicht würde man erwarten, wenn man eine Wanderung um einen See macht, dass es recht eben zu laufen ist. Falsch gedacht! Die Route welche wir aussuchten, ging gleich am ersten Tag hoch hinaus, und als wir dachten wir wären nun endlich fertig mit bergauf laufen, entdeckten wir im Wald einen Pfeiler mit unserem Leitsymbol, weiter Berg hinauf, die Waldböschung hoch. So legten wir am ersten Tag direkt ein gutes Stück Strecke zurück und landeten irgendwo auf einem Berg, abseits der Wege, auf einer Lichtung. Zum Abendessen gab es Kürbis Risotto, selbstverständlich über dem Feuer zubereitet, und später, nachdem wir noch ein Weilchen am Feuer gesessen hatten, krochen alle in die Schlafsäcke. Nach einer ersten Nacht im Freien und einem erholsamen Schlaf, der Schmerzen des Vortages linderte, ging es ausgeschlafen am Morgen wieder los.

Nun ging es wieder abwärts. Am Fuße des Berges machten wir es uns nach einer kurzen Katzenwäsche gemütlich, um ein spätes Frühstück zu uns zu nehmen -ein wild gemischtes, super leckeres Müsli, mit Apfel, Joghurt und Milch. Wir entschieden den heutigen Tag nicht die Wälder hoch zu laufen sondern, ab von unserem Symbol, am See entlang zu gehen. Nachdem einige von uns noch Hilfe für einen bedürftigen Waschbär riefen, kamen wir durch schöne Wälder an eine Badestelle. Frisch gebadet ging es weiter, an der Straße entlang, da wir uns schließlich dazu entschieden hatten, nicht ganz so viel Wald sondern mehr See sehen zu wollen. Ein Überschwall an Zivilisation und Menschen erwartete uns an der Staubrücke, etwas ungewohnt nach den letzten Stunden im stillen Wald.

Vierzig Brote, mit Käse, Erdnussbutter und Schokocreme bildeten ein schönes Bild zur Mittagspause. Wir trennten uns, die einen gingen den ursprünglichen Weg, durch den Wald, auf und ab dem blauen Symbol folgend, die anderen liefen in der Sonne an der Straße entlang zum ausgemachten Treffpunkt. Während die einen noch am Schwitzen waren, saßen die anderen bereits längst in der Wiese und spielten Karten. Als wieder alle versammelt und ausgeruht waren, ging es, nachdem wir abermals unsere Flaschen und auch einen Topf zum Kochen mit Wasser gefüllt hatten, auf die Suche nach einem Schlafplatz. Auf der „Spitze“ des nächsten Berges angekommen, fanden wir diesen auch. Eine wunderschöne Feuerstelle wurde angelegt und Couscous mit Gemüse wurde zubereitet, wir ließen es uns wahrlich gut gehen.

Am nächsten Morgen weckten uns die Sonnenstrahlen durch das Laubdach hindurch, diesmal etwas früher, als am Vortag. Wir frühstückten vor Ort, rollten die Isomatten zusammen und hievten unsere Rucksäcke auf die Rücken. Auf ging es, singend durch schöne grüne Wälder, den einen Berg runter, den anderen wieder hinauf, mit wunderschönen Aussichten auf den See. Immer weiter und immer weiter... bis wir auf einmal feststellten, wir waren schon längst an unserem Tagesziel vorbei gelaufen, doch wir liefen noch ein Stück weiter, an einem Schild vorbei -Vöhl-Herzhausen 3,5 km-. So hatten wir ohne es zu bemerken, die Strecke von fast 70 km in nur drei Tagen bestritten. Wir fanden einen wunderschönen letzten Schlafplatz, direkt am See. Wir sprangen alle ins Wasser, stellten fest, dass die Glieder, vielleicht aufgrund unseres strammen Tempos, doch etwas schwer waren und machten ein schönes Feuer. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße, und mit grünem und rotem Pesto. Alles gemixt in einem Topf erinnerte es an eine Werbung eines Italieners. Rund um's Feuer sitzen saßen wir verteilt, es schien als kenne man sich schon ewig. Wir versuchten zu singen, bedauerten aber bald, weder Gitarre und Liederbuch mitgenommen zu haben. Und so beschlossen ein paar von uns, als es dunkel war, noch einmal baden zu gehen. Langsam aber sicher landeten wir alle ein letztes Mal im Schlafack.

Es war traumhaft, als wir am Morgen den Kopf aus dem Schlafsack steckten, einen leichten Dunst über dem See und die aufgehende Sonne sahen. Einige von uns beschlossen mit einem Bad im See in dem Tag zu starten. Wir waren glücklich, wir hatten es geschafft. Nach einem sehr gemütlichen Morgen, einem letzten gemeinsamen Frühstück gingen wir los, die letzten paar Meter bis wir uns wieder zu trennen hatten. So erreichten wir nach einem kurzen Fußmarsch unseren Ausgangspunkt. Ein heißer letzter Mittag, noch einmal im Edersee baden und dann ging es nach und nach an's Verabschieden.

Eine wunderschöne Wanderung ging zu Ende, mit vielen tollen Menschen, viel zu vielen tollen Plätzen um diese alle aufzuzählen und vier Tage, welche zwar schnell da hin gingen, aber aufgrund der vielen Erlebnisse, einem viel länger erscheinen. Wir freuen uns auf die nächste Wanderung!