Schwarzwaldcamp 2018 - Ein Bericht

Unser erstes Schwarzwaldcamp ist nun vorbei und wir durften dort wunderschöne Tage in einer bunten fröhlichen Gemeinschaft erleben. Es war eine Zeit der Begegnung, des Mutes, des Tatendrangs, der Inspiration und Motivation. Wir wuchsen zu einer bunten Gemeinschaft zusammen, arbeiteten daran die gemeinsame Zeit zu gestalten und hatten viel Freude dabei.

An einem Samstag Mitte August trafen sich 25 Jugendliche im spätsommerlichen Schwarzwald bei Hinterzarten, oberhalb des Mathislehofes auf einer Wiese, um für Kinder zwischen 10 und 13 Jahren ein Sommercamp auf die Beine zu stellen. Letzte Unklarheiten wurden geklärt, darüber gesprochen, was es bedeutet ein Vorbild zu sein, wie man mit potentieller Überforderung umgeht, welche Verantwortung man für die Kinder hat und mehr. 

Für die Ankunft der Kinder wurde alles fleißig vorbereitet. Zelte wurden aufgestellt, Toiletten gebaut, letzte Besorgungen gemacht und jedem wurde die Möglichkeit gegeben das Reden und Anleiten vor Anderen zu üben – zum Beispiel beim Essen oder abends am Betreuerfeuer (die abendliche Besprechung der Betreuer), wo Lieder gesungen und gelernt wurden.

Die Kinder, die am Mittwoch ankamen, wurden direkt vom Regen begrüßt, weshalb wir das Mittagessen ins Zelt verlagern mussten. (Scheinbar waren die Köche noch etwas aufgeregt, denn die Nudeln waren nicht ganz so perfekt geraten.) Doch niemand ließ sich vom Wetter oder vom Essen unterkriegen, die Stimmung im Zelt war unglaublich gut, und dieser erste Tag bekam den Namen „Die Ankunft des allmatschigen Nudelzuges“.

Früh morgens wurden die Kinder vom Gesang der Betreuer geweckt, woraufhin sich alle zum “Auf-Wecker” auf der Wiese trafen, bei dem ein kurzes Spiel zum wach werden gespielt wurde. Anschließend gab es Frühstück; selbstgebackenes Brot, Müsli mit frischer Milch vom Nachbarhof,  Tee und gelegentlich auch Grießbrei.

Nach dem Frühstück ging es in den gemeinsamen Morgenkreis. Dort wurden Lieder gesungen, der kommende Tag besprochen und übergeleitet in eine Spielzeit zum Austoben. Dann gingen die Projektgruppen in den Wald zu ihren Projekten - einer wunderschönen Waldhütte, einer geschichtenreichen Zwergenfestung und einem spannenden Erlebnisparcours. Jeweils eine der drei Gruppen blieb im Camp und half beim Kochen, Spülen und Holz holen und hacken und Pizza backen.

Nach dem Mittagessen gab es eine sogenannte  Stille Pause, die nur zum liegen und bestenfalls zum schlafen diente. Denn nach einer gewissen Zeit immer draußen und immer in Aktion zu sein ist das eine willkommene und auch nötige Ruhepause sowohl für die Kinder als auch für die Betreuer. Briefe schreiben und freie Zeit kamen danach auch nicht zu kurz: Stifte malten, Bälle flogen und manche Frisbee segelte über die Zelte.

Im Anschluss daran war dann Aktionszeit, in welcher es immer verschiedene Angebote seitens der Betreuer für die Kinder gab. Beispiele sind Seife machen, Bändchen knüpfen, auf der Slackline balancieren, Zeichnen, Kälbchenspaziergang, Waldwohnzimmer bauen und vieles mehr. Danach trafen sich alle auf der großen Wiese und es wurde zu Geige, Gitarre und Akkordeon getanzt. 

Vom Abendessen gesättigt hatten die Kinder noch etwas Zeit zu spielen, die Zähne zu putzen und sich für den darauf folgenden Abendkreis warm anzuziehen. Abermals wurden Lieder gesungen, über die Erlebnisse des vergangenen Tages gesprochen und dann wurde ein Name für den Tag festgelegt. „Die kreativ knochigen Arbeitskälber“, „Das im Krankenwagen entführte Fahnenpferdchen“, „Der kalt verknüpfte Volley-Wolf-Tag“ und viele weitere Namen beschreiben fantasievoll die Besonderheiten der Tage. Außerdem wurde jeden Abend auf bewundernswerte Weise, abwechselnd von drei Betreuern, die Geschichte „Der Goldschmied und der Dieb“ frei erzählt. Gespannt saßen alle um die Kerze und lebten die Abenteuer von Laurenzo und Jiacomo mit. Als dann die Kinder im Bett waren gab es noch eine kurze Betreuerrunde, wonach alle müde in die Zelte fielen.

Natürlich blieb auch das Waschen nicht aus. Es gab die Möglichkeit unter Solarduschen in aus Planen gebauten, idyllischen Duschen im Wald zu duschen oder im nahegelegenen Mathisleweiher mit Hilfe eines Schlauches sich unter kaltem Wasser zu waschen.

Auch bei unserer Wanderung auf den Feldberg hatten alle viel Spaß und trotz der Anstrengung des Aufstiegs tanzten wir auf dem Gipfel.Beim “Fähnchenspiel” im Wald wurden Betreuer wieder zu Kindern, und alle schlichen voller Freude durch das Dickicht und versuchten unbemerkt die Fähnchen der Gegner zu klauen. Der ein oder andere Kratzer und jede Menge blaue Flecken gehörten natürlich dazu.

Als schönen Abschluss war ein bunter Nachmittag geplant, um alles Entstandene gemeinsam bewundern zu können, doch dieser fiel ins Wasser. So spielten, knüpften und sangen alle zusammen im Gemeinschaftszelt, und die Runde durch den Wald, um die Projekte anzuschauen und den Parcour zu durchleben, wurde auf den nächsten Vormittag verschoben.

Ein letztes Mal Mittagessen inmitten der Zeltwiese, ein letztes Abschiedslied am Hof und viele Umarmungen voller glücklicher und von Abschiedstränen überströmten Gesichter. 

In kürzester Zeit sind Freundschaften entstanden, neue Leidenschaften entdeckt und Erlebnisse ohne Ende aufgenommen worden. Beim Abschied vernahm man oft die Worte: “Bis nächstes Jahr“ - und somit lassen wir die Wiese, auf welcher wir zwei Wochen lang Tag und Nacht gelebt haben, sich ausruhen, und freuen uns riesig auf zukünftige Camps an diesem - und an weiteren - Orten.