„Danach lachten wir uns beim Improtheater schlapp und brachen schließlich zum Weiher auf, wo wir badeten, zu Abend gegessen haben und einen letzten Abendkreis machten.”
Beschreibung
Das Schwarzwaldcamp ist ein Zeltlager, das jedes Jahr auf einer Wiese oberhalb des Mathislehofs stattfindet. Hier treffen sich Kinder und Jugendliche, um gemeinsam ihre Zeit zu verbringen. In vielen kreativen Aktionen im und um das Camp können die Kinder und Jugendlichen ihren Tatendrang ausleben. Die Teilnehmer*innen stehen in dieser Zeit immer wieder vor neuen Herausforderungen, an denen sie wachsen können und sich zu selbstbestimmten und umweltbewussten jungen Menschen entwickeln können. Dabei bildet sich schnell eine große Gemeinschaft, die viel Spaß mit sich bringt.
Bericht
von Lucia
Am Sonntag, dem 23.8. trafen sich die Betreuenden, die im Verlauf der Woche zu einem starken Team herangewachsen sind, zum ersten Mal in Hinterzarten.
Nach einem stärkenden Vesper und ein paar Kennenlern-Spielen, ging es für den Rest des Tages erst einmal an den Aufbau des Camps, welcher uns für den Rest der Woche auf Trab halten sollte.
Schon bald stellten wir erste Herausforderungen fest; der Baum, an dem wir die Jahre zuvor unser Wassersystem aufgebaut hatten, wurde von einem Biber weggespachtelt, der Schuppen sowie der Ofen waren kaputt. Außerdem wuchs ein Baum dort in die Breite, wo unser Bäckerzelt stehen sollte.
Doch davon ließen wir uns nicht unterkriegen! Ein neuer Baum fürs Wassersystem wurde gefunden, der Schuppen, sowie der Ofen repariert und der Baum gefällt.
Zwischendurch wurden pädagogische Inhalte behandelt, gesungen, gequatscht, getanzt und gespielt. Auch ein Erste-Hilfe-Kurs, für den die Gruppe in einen Refresher und einen Grundkurs aufgeteilt wurde, hat dieses Jahr selbstverständlich nicht gefehlt.
Der Freitagmorgen stellte uns in Form eines Sturmes mit Böen von bis zu 120 km/h vor einen weiteren Härtetest.
Nach dem Lied „unter den Pflastern“ mussten wir den Morgenkreis vorzeitig beenden, um die Zelte abzuspannen und den Platz weitgehend sturmsicher zu machen, bevor wir uns auf den Weg hinunter zu Adis Hof begaben, um Unterschlupf zu suchen.
Auch wenn wir glücklicherweise nicht davon geweht wurden, machte eines unserer Zelte einen Ausflug über Adis Wiese, von dem es leider schwer ramponiert zurückkehrte.
Doch unser Zeltplatz wurde wiederaufgebaut, das außer Gefecht gesetzte Zelt ausgetauscht und unser Team durch dieses Abenteuer noch enger zusammengeschweißt.
Außer dem Zelt gab es noch ein weiteres Opfer, das der Sturm brachte: Das „Solo“ musste dieses Jahr ausfallen.
Die erste Woche verging wie im Flug und schon war es Sonntag: Die Kinder kamen!
Nach den bekannten Nudeln mit Tomatensoße, die dieses Jahr (wie alles andere auch), aufgrund der hohen Waldbrandgefahr über Gas anstatt Feuer gekocht werden mussten, fanden die Zeltgruppen mithilfe von Buchstabensalaten ihre Zeltbetreuer.
Der Dienstagmorgen begann für die Betreuer*innen wie jeder Morgen mit einer kurzen Besprechung. Danach wurden die Kinder mit einem Lied geweckt, wobei die wenigsten Kinder am Anfang des Camps noch zu Beginn des Liedes schliefen.
Nach dem „Aufwecker“, vor dem in der nächsten Zeit von ein paar Übermotivierten „Laurenzia“ geübt werden sollte, gab es Frühstück. In diesem Jahr wurde hier mehr Hafermilch denn je getrunken. Das lag unter anderem daran, dass acht Betreuer/innen sich während des Teambuildings eines Abends kurzerhand dazu entschlossen hatten vegan zu werden.
Nach dem Morgenkreis mit Singen und Klatschrhythmus und den darauffolgenden Spielen gab es die erste Aktionszeit. Die erste Zeltgruppe machte sich auf den Weg zu einer Gruppenaktion mit dem Weiher als Ziel.
Nachmittags machte sich eine weitere Zeltgruppe auf den Weg zum Weiher, während die anderen eine Aktionszeit hatten.
Um halb sechs versammelten sich alle zum Tanzen und nach dem Abendkreis endete der erste ganze Tag mit den Kindern.
Die nächsten beiden Tage verliefen ähnlich. In den Aktionszeiten wurde geknüpft, Pizza gebacken, Marmelade gekocht, gezeichnet und Fußball gespielt.
Am Freitag nach dem Morgenkreis versammelte sich das ganze Camp, um zum Feldsee zu wandern. Nachdem Proviant und Flaschen aufgeteilt wurden, ging es los.
Nach einer ausgiebigen Pause am Feldsee teilte sich die große Gruppe in zwei. Die einen machten sich noch am selben Tag auf den Rückweg zum Camp, während die anderen ihre Wanderung fortsetzten und erst am nächsten Abend wieder auf unserer Zeltwiese eintrafen.
Da es ein heißer Tag war, ging die Gruppe der Tageswanderung am Ende noch zum Weiher, um sich abzukühlen.
Am darauffolgenden Morgen wurden wir vom Regen geweckt.
Während der zweite Teil der Gruppe den Rückweg zum Camp antrat, probierte sich der Andere an Flammkuchen und als es nachmittags aufklärte, ging es noch zum Wasserfall.
Zum Abendessen war die Gruppe dann wieder vereinigt.
Sonntagnachmittag sammelten die Kinder, nach einem kurzen Theaterstück zu „Pünktchen und Anton“ (das Buch, dass wir dieses Jahr lasen), beim Geländespiel Löffel, um Antons Mutter eine Kur zu finanzieren. Ob beim Marmelade erschmecken, Buch Quiz oder Kellnern, es wurden haufenweise Löffel ergattert, sodass es Antons Mutter hoffentlich bald besser gehen wird.
Am Montag- und Dienstagvormittag konnte man in den Aktionszeiten Zirkustricks lernen, eine Hütte im Wald bauen, meditieren, basteln und vieles mehr.
Und kaum hatten wir uns versehen, war auch schon der letzte gemeinsame Nachmittag angebrochen. Im Zuge einer Talentshow traten Hobbyhorser gegeneinander an und wir bestaunten eine Diabolo Choreografie.
Danach lachten wir uns beim Improtheater schlapp und brachen schließlich zum Weiher auf, wo wir baden, Abendessen und einen letzten Abendkreis machen wollten.
Als feierlichen Abschied einer großartigen gemeinsamen Zeit setzten die Kinder, in Begleitung von Gesang und einer, von einem (noch) entfernten Gewitter produzierten Lichtshow, selbstgebastelte Lichterschiffe auf den dunklen Weiher, bevor wir uns nacheinander durch einen von Kerzenlicht erleuchteten Pfad auf den Rückweg begaben.
Bevor wir jedoch das Camp erreichen konnten, holte uns das Gewitter ein. Aufgeregt und bis auf die Knochen durchnässt fanden wir zum zweiten Mal Zuflucht auf Adis Hof.
Am nächsten Tag stand Packen an und nach versalzenen Nudeln mit Tomatensoße hieß es bei Adis Hof Abschied nehmen.
Die Betreuer*innen blieben jedoch bis zum späten Nachmittag des darauffolgenden Tages, um sich dem wahrscheinlich chaotischsten Abbau in der Geschichte von Novicos zu stellen. Dieser kostete all unsere letzten Kräfte und Nerven und fand schließlich doch auch ein Ende.